Einhundert Tage Hirschfeld

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Unser erster Monat in Brunne
Das Rundum-Sorglos-Paket für Pferd und Reiter

100 Tage. Das ist ein üblicher Zeitrahmen, nach dem Politiker oder Top Manager in einem neuem Amt oder Funktion Bilanz ziehen, was sie erreicht haben, was sich geändert hat.
Für mich, meinen Mann Eric und unsere Pferde Melodee und Phoenix sind es noch nicht mal zwei Monate, seit wir nach Brunne gezogen sind. Und doch ist so viel passiert, dass es mir viel länger vorkommt! Zeit, auch für mich, kurz Bilanz zu ziehen und einen tief empfundenen Dank auszusprechen.

Ich glaube nicht an Zufälle; eher daran, dass die richtigen Dinge manchmal einfach zum richtigen Zeitpunkt passieren. Den Trainingsstall von Etienne Hirschfeld habe ich ganz offensichtlich zu so einem „richtigen“ Zeitpunkt kennengelernt: anlässlich des EWU Erwachsenencamps Ende Juli. Als sich für uns abzeichnete, dass wir eine neue Heimat für unsere Pferde brauchen, gab es keine Frage, wie wir uns entscheiden würden. Eine ausführliche Stall-Rundtour und ein langes, überaus angenehmes Gespräch mit Nina und Etienne Hirschfeld folgten, um Details zu Unterbringung, Unterricht und Beritt zu besprechen.

Dann ging alles sehr schnell! Wahrscheinlich etwas zu schnell für Melodee’s und Phoenix‘ Geschmack, die zunächst ein wenig irritiert reagierten. Was sich aber sehr schnell legte, da auch sie merkten, dass ihr neues Zuhause eine absolute Pferde-Wohlfühl-Umsorg-Anlage ist.
Auch wir Menschen fühlten uns herzlichst aufgenommen. Tolle Stimmung in Brunne!

Eher zum Weinen war mir dann allerdings, als ich dann das erste Mal mit Melodee bei Etienne „vorreiten“ musste, damit er eine Einschätzung von ihrem Trainingsstand und uns als Team bekommt. Natürlich hatte ich mir fest vorgenommen, eine „bella figura“ zu machen. Pustekuchen; das klappt ja mit Stuten gerne mal eher suboptimal… Jedenfalls gerierte sich meine sonst so faule Melodee als kleines Dynamit-Tönnchen und rannte mit mir im Stechtrab durch die Halle. Etiennes berechtigte Frage kam sofort: „willst Du, dass sie so fleißig läuft – oder rennt sie Dir davon“. Eine rhetorische Frage eher… Die restliche Stunde zeigten wir, wie das Angaloppieren klappt, welche Wendungen wir schon können, welche Seitengänge und das Rückwärtsrichten. Dann machten wir einen Plan für Beritt und Unterricht. Frau Melodee – bitte ab ins Boot Camp!

Etienne Hirschfeld war mir natürlich bereits ein Name und auf Turnieren, bei denen ich zugeschaut hatte, begegnet. Umso gespannter war ich auf die Zusammenarbeit, das Training mit ihm. Und auch ein wenig nervös… Das legte sich schon etwas beim Kennenlern-Treffen mit Nina und ihm – die beiden sind einfach so herzlich und offen! Ich hatte gleich das Gefühl, hier mit meiner etwas kapriziösen Melodee nun in guten, kompetenten Händen zu sein. Das Gefühl „alles wird gut“.
Was mich sofort beeindruckte, war Etiennes Gelassenheit im Sattel. Er strahlt so eine Ruhe und Souveränität aus – und gleichzeitig Freude an dem, was er macht. Das gefällt auch ganz offensichtlich meiner Melodee, die gut mitarbeitet, sich anstrengt und beim Training mit ihm sichtbar entspannt. Auch wenn ihr Etienne viel abfordert, geht er dabei nie über ihre Leistungsgrenzen und hat ein feines Gespür für ihr Naturell und ihre Möglichkeiten. Ich war daher einfach nur geflasht (sorry an der Stelle habe ich kein besseres, deutsches Wort), wie schnell Melodee Fortschritte machte! Ich merkte schon ganz deutlich nach zwei Wochen, wie sie flüssiger lief, wie ihr manche Dinge schon so viel leichter vielen. Schon innerhalb des ersten Monats wurde sie geschmeidiger und durchlässiger, verbesserte sich ihr Arbeitstempo, ihre Galoppade und ihre ganze Haltung. Ich bin begeistert!

Aber nicht nur Melodee wird gefordert und gefördert – auch ich muss mich ganz schön anstrengen, das ist Teil des Deals ;-) Unterricht bei Etienne ist jedes Mal anders, immer volle Konzentration – aber auch ein großer Spaß! Er überlegt sich jedes Mal eine neue Übung, ein Stangen- und Pilonen-Mikado, oder arbeitet an meinem Sitz. Überhaupt: die Basics sind ihm sehr wichtig – bei Pferd und Reiter. Hierauf legt Etienne großen Wert und ein besonderes Augenmerk. Da wird gefühlt jeder kleinste Körperteil wie in einem Raster durchgecheckt und korrigiert. Anstrengend – aber mit großer Wirkung!
Ich freue mich jede Woche auf meine Unterrichtsstunde und über die Fortschritte, die meine buntgefleckte Wuchtbrumme macht. Und das erste Mal denke ich sogar an ein kleines Miniturnier in 2016…

Auch Phoenix und Eric machen tolle Fortschritte. Unser schon 19jähriger Phoenix ist bei Stephi aus Etiennes Trainingsteam regelmäßig im Beritt und reitet sich nun nicht mehr ganz so sehr wie eine „Schrankwand“. Ihm tut das Training sicht- und fühlbar gut, auch er läuft fluffiger und flotter und hat deutlich Kondition bekommen.

Mein großer Dank gilt Etienne, der Melodee’s Potential gesehen hat und ihr bereits in kurzer Zeit einen Feinschliff gegeben hat, den ich so nicht für möglich gehalten hätte. Ich freue mich auf das, was da noch kommt!

Daher mein Fazit: Nein, ich brauche nicht erst 100 Tage, um zu wissen, dass die Entscheidung, zum Team Etienne, Nina und Monic von Pferde in Bellin zu gehen, die richtige war!

Text: Eva Filzek
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